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Stress - verstehen & begegnen



Schon Berthold Brecht sagte : 

"Ich rate, lieber mehr zu können als man macht, als mehr zu machen als man kann."

Ob er damals schon gewusst hat, wie wichtig dieser Hinweis in ferner Zukunft sein könnte? 

 

 

Inhaltsverzeichnis 

3D-Darstellung von Neuronen und Nervensystem 

1. Einführung 
1.1. Definition und Differenzierung von Stress

Stress. Vor knapp hundert Jahren noch ein unbekanntes Wort, jetzt gibt es kaum jemanden der nicht phasenweise "gestresst" ist. 
Warum ist das so? Was passiert bei Stress im Körper? Und was hilft (wirklich)? 


Fragt man 10 Menschen wie sie "Stress" definieren, so bekommt man sicher 10 unterschiedliche Antworten. 
Das ist normal, denn jedes Lebewesen nimmt unterschiedliche Dinge als Stress wahr. Und in anderer Intensität. 
Zunächst ist es wichtig zwischen "Eustress" und "Distress" zu unterscheiden.

Das beflügelnde Gefühl bei Sport, kleineren Abenteuern oder einem tollen Projekt wird als anregend, spannend oder sogar stimulierend wahrgenommen. Das ist Eustress - also quasi positiver Stress.
Er fördert unsere Leistung(-sbereitschaft), schärft unsere Sinne und hilft uns unsere Ziele zu erreichen! 

Der negative Gegenpol zum Eustress ist der Distress. Er löst Gefühle der Überforderung in uns aus, er hemmt, blockiert und macht uns erschöpft. Distress entsteht vor allem dann, wenn Zeitdruck, negative Assoziationen oder toxische Beziehungen in die Situation involviert sind. 

 

Eustress

  • dauert nur kurz an
  • motiverend
  • mobilisiert Energie 
  • steigert fühlbar die Leistung 
  • fühlt sich gut an
  • z.B. beim Sport, aufregenden Ereignissen (wie z.B. auch die eigene Hochzeit oder eine Ehrung) oder bei tollen Projekten

Distress

  • kann kurz oder lange andauern
  • löst negative Gefühle aus,
    z.B. Angst, Bedrückung und Sorge
  • beeinträchtigt die Leistung
  • fühlt sich nicht gut an
  • ausgelöst durch mentale oder soziale Stressoren, wie Leistungs- oder Zeitdruck, zu viel Verantwortung,
    Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen, ... 


Was von vielen jedoch verkannt wird, ist, dass auch Eustress zu Distress werden kann :

Eine Situation (z.B. ein privates oder berufliches Projekt) können wir durchaus zunächst als angenehm empfinden und uns euphorisch ans Werk machen.   

Kommen Faktoren wie finanzielle Not, Zeitdruck oder Probleme mit den Arbeitskollegen dazu, kann der Eustress auch zu Distress werden. 

Die Grenze ist hier oft fließend, sodass die Betroffenen langsam und unbemerkt in eine ungesunde Situation hineinrutschen.

Ob und wie schnell aus dem Eustress Distress werden kann, hängt individuell vom Menschen ab. 
Die jeweilige Prägung und Entwicklung spielen eine Rolle; so gibt es Menschen, die eine niedrigere Stresstoleranz besitzen oder bisher nicht gelernt haben ihre Ressourcen zu verwalten und Stress zu managen oder sogar aufzulösen.
Auch hochsensible Menschen gehen in der Regel mit einer mit einer geringeren Belastbarkeit durchs Leben. 

FÜR (LEISTUNGS-) SPORTLER GILT :

Anstrengende sportliche Aktivitäten sind zwar großartig, aber auch Eustress.
Hier ist ausreichend Recovery wichtig, damit der Eustress nicht zu Distress (Übertraining / RED-S) wird! 

2. Was uns stresst 

Werfen wir einen Blick auf die Stressoren - also Dinge die Stress auslösen : 

Mentale Stressoren

  • entstehen aus der individuellen Bewertung einer Situation, aufgrund von Erlebnissen, Prägung und Charakter
  • beispielsweise : Leistungsdruck, Überforderung, Perfektionismus, aber auch Zeitdruck, Prüfungsangst, o.Ä.

Soziale Stressoren

  • entstehen in der Interaktion mit anderen Menschen
  • Probleme, Schwierigkeiten oder sogar toxische Beziehungen z.B. mit Arbeitskollegen, Partnern, Familie, Freunden oder Bekannten
  • gesellschaftliche Benachteiligung z.B. durch mangelnde Integration, o.Ä. 

Der bekannte Psychotherapieforscher Klaus Grawe hat die sogenannten vier "psychische Grundbedürfnisse" erforscht
und geläufiger gemacht. 
Schauen wir uns die vier Grundbedürfnisse einmal an : 

  • Bedürfnis nach Bindung 
  • Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle 
  • Bedürfnis nach Lustbefriedigung bzw. Unlustvermeidung 
  • das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung bzw. Anerkennung 

Vieles was in uns Stress auslöst, hat etwas mit der Verletzung eines (oder mehrerer) dieser Grundbedürfnisse zu tun. 
Ein paar Beispiele :
Unterdrückung durch den Chef - Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle 
Streit mit der Familie - Bedürfnis nach Bindung 

Liebeskummer - Bedürfnis nach Bindung & Lustbefriedigung/Unlustvermeidung 
Zurückweisung von einer anderen Person - Bedürfnis nach Anerkennung und Selbstwerterhöhung

Diese Art der Betrachtung von Problemen hilft manchmal dabei ihren Kern zu finden.
Dazu später mehr in 4.1. Techniken der Stressbewältigung - denn erstmal wollen wir uns weiter mit dem Stress an sich auseinandersetzen.Woher der Stress nämlich auch kommt - er ist da. Und das bringt mich zum nächsten Punkt. 

3. Was bei Stress passiert

Die Stressreaktion des Körpers ist evolutionsbiologisch sehr wichtig, denn es war einmal notwendig auf "Lebensgefahr" mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion antworten zu können. Heute sind "Stressauslöser" eher keine Auseinandersetzungen mit einem Angreifer mehr, sondern beispielsweise die Angst um den Arbeitsplatz oder Probleme in der Partnerschaft. 
Dem Körper ist aber es egal woher der Stress rührt : 

Die Stressreaktion bleibt weitestgehend gleich! 


Im Gehirn werden die Informationen der Situation eingeordnet und individuell emotional bewertet. 
Je bedrohlicher uns die Situation erscheint, um so größer ist das stressauslösende Potential. 

3.1. Verarbeitung 

Was passiert also, wenn wir Stress haben?
Unser Körper versucht auf zwei Wege mit dem Stress umzugehen :

  • über das sympathische Nervensystem
  • über das Hormon-System

Unsere erste Reaktion, die über das sympathische Nervensystem, wird auch als "Fight or Flight" bezeichnet. Der Körper legt also los sich auf "Kampf oder Flucht" vorzubereiten. Die Reaktion läuft im Körper sehr schnell ab und die Folgen treten umgehend in der "Stress-Situation" auf. Danach erfolgt die Verarbeitung auf hormonellem Weg. 

akut : sympathisches Nervensystem

  • die Hormone Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet
  • das steigert Herzschlag, Blutdruck und weitet die Pupillen
  • Blutzucker wird freigesetzt
  • die Muskeln werden besser mit Blut versorgt 
  • der Körper bereitet sich auf eine "Auseinandersetzung" vor

danach : Hormonsystem

  • die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) wird "aktiviert"
  • sie regt die Nebennierenrinde an das lebensnotwendige Hormon "Cortisol" zu produzieren

  • durch übermäßigem Stress kann es somit zu einer Überproduktion von Cortisol kommen 

3.2. Folgen von Stress

In der akuten "Angstsituation", z.B. einer Auseinandersetzung mit dem Chef, ereilt uns also eine Stressreaktion des sympathischen Nervensystems. Wir spüren beispielsweise, wie uns das Herz förmlich bis zum Hals schlägt und fühlen uns "auf 180".  

Diese akuten Symptome klingen schnell ab; doch werden wir regelmäßig mit Stress konfrontiert, muss der Körper die Folgen eines dauerhaft erhöhten Cortisol-Spiegels tragen - und die sind weitreichend.

Die aktuelle Studienlage bringt einen erhöhten Cortisolspiegel mit folgenden gesundheitlichen Problemen in Verbindung : 

  • Einfluss auf Zuckerstoffwechsel (begünstigt dadurch neben Heißhunger auch Erkrankungen wie Diabetes) 
  • Fettleibigkeit (vor allem die sog. Stammfettsucht - also eine Fettansammlung nur am/um den Bauch)
  • Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Hypertonie (Bluthochdruck) und Herzerkrankungen  
  • Probleme mit dem Verdauungstrakt (Sodbrennen, Gastritis, Durchfälle, etc.) 
  • Einfluss auf den Darm (die Darmbarrieren (z.B. ein Leaky-Gut-Syndrom) und das darm-assoziierte Immunsystem)
  • Suppremierung des Immunsystems 
  • psychische Probleme 


Psychische Probleme 

Eine weitere gravierende Folge von übermäßig viel Cortisol zeigt sich im Bezug auf den "Wachstumsfaktor BDNF".
Dieses Protein ist
für den Schutz und die Neubildung von Neuronen und Synapsen verantwortlich.
Cortisol hemmt diesen Faktor. Bei einem erhöhten Cortisol-Spiegel kann das zu (einer Steigerung von) neuronalen und psychischen Problemen führen. 

 

Mögliche psychische Symptome von zu viel Stress sind also beispielsweise : 

  • eingeschränkte kognitive Fähigkeiten 

  • Probleme mit dem Langzeitgedächtnis und abstraktem Denken

  • Konzentrationsprobleme

  • chronische Erschöpfung und Müdigkeit
     
  • Niedergeschlagenheit (durch eine Erniedrigung des Serotoninspiegels)


und dadurch letztlich die Verknüpfung mit folgenden Erkrankungen : 

  • Depression

  • Angst- und Schlafstörungen

  • u.Ä.


Folgen für den Darm und das Immunsystem 

Haben wir Stress nimmt das, durch die Anregung unseres sympathischen Nervensystems und die hormonelle Antwort, Einfluss auf unseren Verdauungsprozess, die Gesundheit von Magen und Darm, sowie die des darmossoziierten Immunsystems! 

Unser Verdauungsprozess kann ins Schwanken geraten; Magenschleimhautentzündungen und Durchfälle sind unter anderem häufige Folgen. Die Darmbakterien (Mikrobiota/Mikrobiom) leiden unter schwankenden Stuhlkonsistenzen, Durchfall und minderwertigen Nahrungsmitteln. Dadurch kann sich ihre Keimzahl verringern - Mängel entstehen! 
Das wiederum hat Konsequenzen für uns, denn unsere Mikrobiota hat wichtige Aufgaben zu erfüllen, beispielsweise : 

  • Produktion von Vitaminen
  • Abwehr von pathogenen (krankmachenden) Erreger; z.B. durch die Produktion von bakteriziden Stoffen
  • Unterstützung der Verdauung durch das "Zerkleinern" von Kohlenhydraten und Proteinen
  • hohe Keimzahlen nehmen nehmen pathogenen Erregern den quasi den Platz weg  

Unsere Darm-Schutzschicht aus Schleim, sowie unsere Darmschleimhaut leiden unter diesen Prozessen. Stille Entzündungen können nun entstehen. Es kann zu einer durchlässigen Darmschleimhaut, einem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom kommen. 
Über den Darm und speziell über das Leaky-Gut-Syndrom werde ich demnächst einen detaillierten Blogartikel veröffentlichen. 
Folge mir gerne auf Instagram - dann verpasst du die Veröffentlichung nicht! 

Das Leaky-Gut-Syndrom belastet unseren Körper, durch übergehende Toxine, heimliche Entzündungen und die Malabsorption von Nährstoffen. Ein wahrer Teufelskreislauf entsteht. 

Auch das Immunsystem bleibt hiervon nicht unberührt; es nimmt durch verschiedene Wege Schaden : 

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Wir generieren es grundsätzlich über unsere Haut, nämlich durch UV-B-Strahlen aus dem Sonnenlicht. Wie viele wissen, ist das jedoch (in unseren Breitengraden) problematisch, sodass eine Supplementierung von Vitamin-D glücklicherweise schon viel (wenn auch noch nicht genug) empfohlen wird.
Ein intakter Vitamin-D-Stoffwechsel stellt einen sehr wichtigen Teil für unser Immunsystem dar. Damit das Vitamin-D im Körper richtig verarbeitet werden kann und auch in die Zellen gelangt, benötigen wir ein sogenanntes Vitamin-D-bindendes-Protein.
Dieses wird in einem gesunden Darm hergestellt - aber auch nur in einem gesunden. 

Ist der Darm kaputt, ist die Synthese dieses Proteins nur schwer möglich und der Vitamin-D-Stoffwechsel wird gestört.
Das nimmt Einfluss auf unsere Immunfunktion. 

Auch speziell das darmassoziierte Immunsystem erfährt oftmals erhebliche Einschränkungen durch Verschiebungen in der Darmflora und/oder ein Leaky-Gut-Syndrom. 

 

Folgen für die Zellgesundheit 

"Freie Radikale" - das haben viele schon einmal gehört.
Es handelt sich molekularen Sauerstoff in unserem Körper, mit einem (oder mehreren) ungepaarten Elektronen.
Das hat zur Folge, dass er besonders "reaktionsfreudig" ist und versucht, anderen Atomen oder Molekülen Elektronen zu "entreißen". Wenn dies geschieht kommt es zu einer Art Kettenreaktion. 
Die freien Radikale beeinträchtigen dadurch die Funktion der Zellen; indem sie z.B. Lipide, Proteine aber auch die RNA und DNA schädigen. Dieser sogenannte "oxidative Stress" hat fatale Folgen für die Zellen, und somit auch für unseren gesamten Organismus! 
Diese Zellschäden werden mit Erkrankungen wie die Bildung von Tumoren oder auch Alzheimer in Verbindung gebracht. 

Freie Radikale entstehen grundsätzlich im Körper. Bei Stress, schwerer körperlicher Arbeit (also auch bei intensivem Sport), aber auch bei einer Belastung mit Toxinen (z.B. durch Umwelttoxine, Rauchen, o.Ä.) entstehen vermehrt freie Radikale.
Auch Überdosen von UV-Strahlen können ursächlich gesehen werden! 

Damit unsere Zellen vor freien Radikalen geschützt sind, gibt es ein komplexes Schutzsystem im Körper. Einerseits ist der Körper über gewisse Enzyme in der Lage eine geringe Menge freie Radikale selbst zu beseitigen, auf der anderen Seite gibt es sogenannte "Radikalfänger", die wir über unsere Nahrung aufnehmen (können). Sie reagieren mit den freien Radikalen, sodass unsere Zellen geschützt bleiben! Diese Radikalfänger, sind beispielsweise Antioxidantien, wie Polyphenole oder Flavonoide! 

3.3. AUSFLUG IN DIE EPIGENETIK

Es gibt einige interessante Ergebnisse aus neueren wissenschaftlichen Arbeiten und Studien der Epigenetik : 

Die Resultate zeigen, dass (u.a. durch den Faktor BDNF¹) Stress in der Schwangerschaft mit Folgen für die Entwicklung und Gesundheit des Babys einhergeht. Auch gibt es mittlerweile Erkenntnisse darüber, dass Stress in der frühen Kindheit die Funktionsweise von Genen verändern kann, welche für die Stressbewältigung wichtig sind. Daraus lässt sich also schließen, dass eine geringe Stresstoleranz im Erwachsenenalter auch epigenetischen Einflüssen unterliegt. Hier lässt sich also ein Arbeitsansatz finden!

 

Auch kann es laut etwas älteren Studien durch zu viel Stress und dem dadurch erhöhten Cortisol, zu einer Veränderung der DNA und RNA der Hirnzellen kommen. Sie werden sensibilisiert; das steigert die "Rückfallquote" bei Depressionen und ähnlichen Erkrankungen. 

4. Stress begegnen 

Und jetzt? Was machen wir jetzt mit diesen Informationen? 
Setzen wir uns jetzt noch mehr unter Stress, weil wir wissen, wie sehr Stress uns krank machen kann? 
Nein, besser nicht. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten Stress zu begegnen und zu reduzieren.

Am Wichtigsten ist es wohl an dieser Stelle folgendes zu sagen : 
Es gibt nicht das eine Mittel gegen Stress und ich bin keine Psychologin oder Therapeutin. ;-)
Aber ich mag dir gerne einen Überblick an Möglichkeiten geben und meine Erfahrungen mit dir teilen! 

An dieser Stelle gehe ich von der "neutralen Form" zu einer direkten Ansprache über, denn die Begegnung mit unserer Psyche und ihren Problemen ist etwas sehr persönliches. 

Also : Wie wir in der Einführung gelernt haben, ist Stress sehr subjektiv. Jeder findet etwas anderes stressig.
Zudem ist Stress meist multi-faktoriell - nicht alles was dich stresst hängt z.B. nur an einer schlechten Gewohnheit deinerseits. 

Wichtig ist es also sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Stärke dein eigenes Reflexionsvermögen durch Seminare, Workshops und Literatur. Versuche Antworten auf folgende Frage(n) zu finden : 


Was stresst mich genau und wieso?
 

Wichtig ist es dann auch diese Dinge für dich selbst zu bewerten,
denn so lassen sie sich besser einzuordnen :

Was stresst mich davon am meisten?
Was hat den größten Impact auf mein Leben? 

Was kann ich theoretisch ändern und was nicht? 

Denke hier auch an deine psychischen Grundbedürfnisse zurück
(aus Kapitel 2. Was uns stresst). Die Einordnung deiner Stressoren kann dir vielleicht beim Verständnis vom Kern der Ursache helfen! 

All das steht jedoch unter folgenden Punkten :

  • Du hast viel mehr in der Hand als du denkst! 
  • Auch ein kleiner Schritt ist schon ein Mikroerfolg! 
  • Gib dir Zeit, Raum und Verständnis für deine Verständnis und deine Entwicklung : Es ist ein Prozess!
  • Es ist absolut okay, NICHT okay zu sein!
  • Dass du unter Stress leidest und psychische Probleme hast,
    ist nichts wofür du dich schämen musst! 


Je mehr du dich auf diese Entwicklung einlässt, um so mehr kleine Schritte kannst du gehen. Diese
 werden mit steigender Entwicklung größer; eine berufliche Umorientierung, ein Umzug oder der Ausstieg aus einer toxischen Beziehung sind machbar! Glaube an dich! 

4.1. Techniken der Stressbewältigung

Kommen wir nun zum "aktiven" Teil :
Wie können wir dem Stress begegnen, ihn reduzieren und nachhaltig für Konzepte gegen Stress in unserem Leben sorgen?

Neben den Möglichkeiten einer Therapie, sowie Workshops und Seminaren der Persönlichkeitsentwicklung
(an dieser Stelle eine Herzens-Empfehlung für das BREAK.OUT.PROGRAMM bei deineMindbase) lassen sich als erste kleine Schritte folgende Tools gut in deinen Alltag integrieren : 

  • Achtsamkeitsarbeit und Selfcare
  • Bewegung
  • Meditationen 
  • Routinen 

Achtsamkeit 
Die Achtsamkeitsarbeit ist ein super simples Tool - mit richtig großer Wirkung. 
Hier geht es zunächst nicht um große Veränderungen; du brauchst kein Equipment und keine großen Zeit-Slots in deinem Kalender. Alles was du brauchst sind vielleicht fünf Minuten Zeit pro Tag und den Mut zu starten. 

Das kraftvolle an Techniken der Achtsamkeitsarbeit ist das Entschleunigen und die "Bewusstsamkeit". 
Überlege dir beispielsweise jeden Abend vor dem Schlafen im Bett drei Dinge die an dem Tag heute schön waren; Dinge für die du dankbar bist. Hier gibt es kein "richtig" und kein "falsch" : Wenn dir ein vergessener und nun wiedergefundener Schokoriegel in der Tasche den Tag gerettet hat, kannst du dafür ruhig dankbar sein.
Du schulst damit deinen Blick auf das Positive des Tages und veränderst im Laufe der Zeit allgemein deine Betrachtung und Wahrnehmung von Dingen und Situationen.
Nicht jeder Tag ist super, aber viele Tage sind auch nicht so schlimm, wie es einem manchmal vorkommt. 


Zur Achtsamkeit gibt es großartige Bücher und Hilfsstellungen für unterschiedliche Lebenslagen.
Ein guter Plan ist hier wohl der bekannteste Anbieter in Sachen Alltags-Planung. Bei "ein guter Plan" findest du Kalender und Journals, in denen du ganz einfach lernst, mit deinem (All-)Tag achtsamer umzugehen. Für Unternehmer oder Selbstständige gibt es z.B. auch "ein gutes Projekt" als Planungshilfe, um sich an seinem Projekt nicht zu verausgaben. 


Zur Selfcare gehören Dinge, die du nur für dich tust - wirklich nur für dich. 
20 Minuten ohne Handy in die Badewanne gehen. Vielleicht zündest du dir auch noch eine Kerze an und nimmst einen Tee mit. 
Diese 20 Minuten gehören nur dir. 
Ein mal wöchentlich dein Lieblingsessen kochen und in aller Ruhe genießen; ohne Fernsehen nebenher. 
10 Minuten einfach still dasitzen oder 10 Minuten täglich deiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen.  


Bewegung

Durch Körperarbeit und Bewegung kannst du deine Energien wieder etwas in Einklang bringen, lernen dich besser zu spüren und deinen Körper besser wahrzunehmen. Neben Spaziergängen, Laufen oder Radfahren sind auch ein paar Minuten Yoga, Stretching oder Mobilitiy hier ein guter Start. Für Einsteiger gibt es überall Yoga-Anfängerkurse; für alle Introverts die lieber ihre Ruhe haben wollen,
gibt es mittlerweile auch viele Online-Kurse! 


Die Bewegung und das bewusste, vertiefte Atmen steigern deine Körperwahrnehmung, harmonisieren Gehirnströme und tun deinem Körper, deinen Muskeln und Gelenken gut. Rücken- und Gelenkschmerzen verbessern sich häufig schon bei nur einigen Minuten Mobilisierung am Tag!

Zahlreiche Studien belegen, dass schon 20 - 30 Minuten Bewegung, z.B. Gehen, Joggen oder Radfahren
(im Idealfall an der frischen Luft) den Corstisol-Spiegel deutlich senken. 

FÜR (LEISTUNGS-) SPORTLER GILT :

Da ich weiß, dass hier auch einige meiner Bekannten und Freunde aus dem (Ultra)Running-Bereich mitlesen, anbei folgende Info :

Gerade bin ich darauf eingegangen, dass schon 20-30 Minuten leichter Ausdauersport helfen, den Cortisol-Spiegel zu normalisieren. Dieses Phänomen kippt jedoch ab einer gewissen Trainingsintensität :

Nach einer Marathon-Distanz (ohne Höhenmeter) ist der Cortisolspiegel bereits erhöht. Das Laufen weiter(er) Distanzen endet also letztlich in Stress auf Körperebene!
Das erhöht nicht nur den Cortisol-Spiegel, sondern kann auch die freien Radikale, und somit den oxidativen Stress, erhöhen. Auch der Säure-Basen-Haushalt deines Körper wird dadurch beeinflusst! 
Daher ist ausreichend Recovery wichtig!

Achte auf : 

  • einen vernünftigen Trainingsplan
  • eine vollwertige Ernährung
  • einen gesunden Darm
  • deinen Säure-Basen-Haushalt 
  • Zellschutz 
  • evtl. können auch weitere cortisol-senkende Maßnahmen wichtig sein! (z.B. in Traingsblocks mit hoher Intensität oder nach einem Longrun von mehr als 50k) 

Lies hierzu mehr in den folgenden Kapiteln! 


Meditationen
Zum Thema Meditieren gibt es mittlerweile unzählige Studien. Sie alle kommen zu dem Resultat, dass Meditationen eine überaus wirksame Art sind, Stress abzubauen, den Cortisolspiegel zu senken und das Level an Glückhormonen im Körper zu erhöhen. 
Viele Menschen hängen mit ihren Gedanken viel zu viel in der Vergangenheit oder der Zukunft.
Das kostet viel Energie - oftmals für wenig Profit, denn unser "Gedankenkarussel" ist zumeist wenig sinnbringend. 

Meditationen helfen dir, dich wieder mehr mit dir selbst zu verbinden und holen dich zurück in das Hier und Jetzt. 

Wie du mit Meditationen starten möchtest, liegt ganz in deiner Hand. Von Kursen die z.B. in vielen Yogastudios oder auch virtuell angeboten werden, Meditationsapps wie "Headspace" oder kostenfreie geführte Meditationen auf Streamingportalen, bis hin zu Büchern und Selfteaching ist alles möglich!
Wichtig ist einfach nur, dass du dir den Druck nimmst, dass es sofort klappen muss. 
Meditieren muss geübt werden.
Die Gedanken "auszuschalten" erfordert oft mehr Übung als gedacht. 
Aber es ist schön, definitiv erlernbar und schon einige Minuten Übung täglich werden dein Wohlbefinden verbessern.
 

Mach dir bei dem Dschungel an Möglichkeiten immer wieder eines klar : 
Es ist ein Prozess. Du bist nicht "schlecht" oder "falsch", wenn es (gerade am Anfang) weniger Fortschritte gibt. 
Entscheidend ist hier vor allem : Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor!


Routinen 

Viele neue Dinge auf einmal umzusetzen fordert von deinem Körper zu viel mentale Ressource - es ist schwer das durchzuhalten!
Folglich kannst du deine Vorsätze nur bedingt einhalten - das demotiviert dich zusätzlich, sodass du am Ende vielleicht sogar gar nichts umsetzen kannst. 
Der Schlüssel lautet daher : Nimm dir nur eine Sache vor. Und halte diese Sache nahezu lächerlich klein.
So gibst du ihr die Chance zur 
Routine zu werden. Routinen wiederum geben uns die Möglichkeit, mentale Ressource beim Ausüben von Dingen zu sparen! Wie das neurobiologisch funktioniert? 

Der Frontallappen - "Regisseur" im Gehirn
Sein vorderster Teil, der präfrontale Cortex, steuert beispielsweise Aufmerksamkeit, Nachdenken, Planen und Entscheidungsfindung. 
Üben wir eine ungewohnte Handlung aus, benötigt das unsere volle Aufmerksamkeit und somit viel Kapazität des präfrontalen Cortex'.
In dieser Zeit können dort also wenig andere Prozesse ablaufen - ganz schön anstrengend! 

Lichtmikroskopie : von menschliches Hirngewebe mit Neuronen und Gliazellen 

Wiederholen wir eine positive Handlung immer und immer wieder, ist das quasi die Bestätigung für das Gehirn, dass diese Handlung gut ist und Sinn ergibt - sie kann dann "als Routine abgespeichert" werden. 

Das bedeutet, dass ihre Ausübung vom Frontallappen in tiefere Regionen des Hirns verlagert wird; in die Basalganglien.
Dort laufen die Prozesse mehr oder weniger "automatisch" ab, sodass die Ausübung uns letztlich "wie von Selbst" von der Hand geht.

Wir sparen kognitive Energie und haben so mehr Ressourcen für wichtige und anstrengende Dinge im Gehirn. 


Wie wird eine Handlung zur Routine? 
In dem du sie oft genug ausübst. Um das zu schaffen sollte das Ziel sehr klein sein, nämlich so klein, dass du es nahezu jeden Tag konsequent ausführen kannst, egal wie anstrengend oder voll dein Tag war. 
Wenn es also dein Ziel ist jeden Tag eine halbe Stunde Yoga zu machen, fängst du mit 2 Übungen an.

Jeden Tag. Nur zwei Übungen.

Nicht mehr, nicht weniger. Das ist wirklich wichtig! Warum?
Wenn du dein Ziel einhältst, freust du dich. Dein Gehirn schüttet daraufhin die Glückshormone Serotonin und Dopamin aus.
Diese 
Hormone sind wichtig, damit dein Gehirn die Handlung als "gut" und sinnbringend anerkennt. 

Wenn du an "guten Tagen" mehr Übungen machst als vorgenommen, schmälert das das Gefühl von Freude und Erfolg an den Tagen,
an denen du nur die vorgegeben zwei Übungen schaffst.


Jetzt heißt es nur noch etwas durchhalten und die Handlung wird zur Routine. Du merkst dann von allein wie du dich nicht mehr "aufraffen" musst und sie immer weniger "mental anstrengend" ist.
Du kannst dann den Umfang erhöhen oder eine weitere Handlung beginnen. 

4.2. Ernährung und Darmgesundheit

 

Darmgesundheit 
Dass der Darm und die Psyche im Zusammenhang stehen wurde schon in vielen Studien untersucht.
2019 wurde eine belgische Studie
² veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen dem menschlichen Mikrobiom und Depressionen herstellt. So wurden bei Depressiven und psychisch gesunden Menschen Stuhlproben untersucht. In denen zeigten sich, dass depressive Personen Mängel an gewissen Bakterienstämmen hatten, welche sich auch nach der Gabe eines Antidepressivums (SSRIs) nicht wieder regenerierten. Die Frage, ob diese Verminderung eine Folge der Depressionen oder vielleicht sogar mit an der Entstehung beteiligt ist, ist noch offen. Ein Fakt jedoch ist, dass unser Darm und sein Mikrobiom bei psychischen Erkrankungen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr intakt sind! Hier besteht also Handlungsbedarf! 

Auch das Genom von 532 verschiedenen Darmbakterien wurde in dem belgischen Forschungsinstitut untersucht.
So fand man heraus, dass viele von ihnen beispielsweise über Gene für die Bildung des bekannten Neurotransmitters GABA verfügen. 
Neurotransmitter sind "für die Kommunikation im Gehirn" wichtig! 

Bei chronischem Stress, Burnout, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen, sollte also in jedem Fall auch ein Auge auf dem Darm geworfen werden! Eine Untersuchung des Mikrobioms, der Entzündungs- und Leaky-Gut-Marker, sowie des Werts für das darmassoziierte Immunsystem, sind hier sehr aufklärend. 
Eine blinde Gabe von Bakterien oder anderen Präparaten ist nicht zu empfehlen. Bei den Unmengen Bakterienarten, die in unserem Darm leben, ist es wichtig zu wissen, welche von ihnen im Mangel und welche vielleicht sogar im Überschuss vorhanden sind.
Nur so kann man therapeutisch wirksame Maßnahmen ergreifen. Auch die Behandlung eines vorliegenden Leaky-Gut-Syndroms oder Entzündungen im Darm bedarf vorangegangener Diagnostik!

Das heißt also konkret : 

  • eine wissenschaftliche und qualitativ-hochwertige Untersuchung des Darms über eine Stuhlprobe einleiten 

  • ggf. therapeutisch darauf reagieren

  • eine darmfreundliche Ernährung umsetzen,
    d.h. wenig industriell-verarbeitete Nahrung, sondern 
    frische, ballaststoff- und vitalstoffreiche Kost 

  • auf hohe Lebensmittelqualität achten, z.B. durch Bio-Produkte,
    um Toxinbelastungen zu reduzieren 

Mukosa-Schicht des Darms mit Lieberkühn-Krypten



Ernährung 

Deine Ernährung zu überprüfen ergibt eigentlich immer Sinn; so auch bei Stress. 
Hier ist es wichtig sich darmfreundlich und vitalstoffreich zu ernähren, 
d.h. wenig industriell-verarbeitete Nahrung, sondern 

frische, ballaststoff- und vitalstoffreiche Kost. Das fördert die Gesundheit des Körpers, des Darms und seiner Bewohner! 

 

Versuch folgendes für deine Ernährung umzusetzen : 

  • so frisch und vielfältig wie (für dich) möglich 
  • wenig prozessierte Lebensmittel
  • viel Gemüse und Obst 
  • lieber Vollkorn
  • hohe Lebensmittelqualität 
  • Ballaststoffe und präbiotische Lebensmittel freuen deinen Darm 

 

Solltest du unter chronischem Stress, Depressionen oder anderen psychischen oder neuronalen Erkranken leiden, gibt zudem besonders acht auf eine Versorgung mit : 

  • B-Vitaminen
  • Omega-Fettsäuren
  • Phospholipiden
  • Polyphenolen
  • Nukleotiden
  • wichtigen Vitalstoffen, wie Vitamin D, Zink und Selen 

B-Vitamine
Bei Stress werden beispielsweise oft mehr B-Vitamine verbraucht, als wir über unsere Nahrung aufnehmen können.
Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und grünes Gemüse, sowie einige Saaten enthalten, neben tierischen Produkten, viele B-Vitamine.


Omega-Fettsäuren
Auch Omega-Fettsäuren sind für eine gesunde Funktion von Gehirn und Nervensystem, sowie für die Regulation von Entzündungsprozessen im Körper wichtig. Viele Menschen nehmen zu wenig hochwertige Omega-3-Fettsäuren zu sich.
Auch das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren stimmt in der Ernährung vieler Menschen nicht. 
Überprüfe deine Nahrung bei Stress also auch auf die Versorgung mit Omega-Fettsäuren. Sie sind in hochwertigen Ölen enthalten, wie Lachsöl, Krillöl, aber auch in Leinöl. Sollte deine Versorgung nicht ausreichen kannst du auch supplementieren.
Eine Empfehlungen für Präparate findest du im nächsten Kapitel! 

 

Phospholipide
Phospholipide schützen als wichtiger Bestandteil die Zellmembran deiner Zellen! Das ist wichtig bei bei erhöhten freien Radikalen im Körper. Sie finden sich ebenfalls in hochwertigen Ölen, aber zu geringen Teilen auch in ihren Saaten! 
Ansonsten kannst du auch hier supplementieren.

Polyphenole
Polyphenole gehören zu den Antioxidantien. Sie reagieren mit freien Radikalen und schützen somit deine Zellen vor Schäden.
Zu finden sind sie überwiegend in Gemüse, Obst und Vollkorngetreide, vor allem in ihren "Randschichten". 
Trauben, aber auch grüner Tee sind hier bekannte Vertreter. Überprüfe deine Versorgung mit Polyphenolen, nimm' mehr antioxidantien-haltige Lebensmittel mit in deinen Speiseplan auf! Auch hier kannst du natürlich mit einem hochwertigen Supplement nachhelfen! 

Nukleotide
Freie Radikale können auch die DNA und RNA deiner Zellen schädigen. Damit dadurch keine langfristigen Folgen entstehen und die Zellerneuerung in deinem Körper gesund abläuft, ist es wichtig ausreichend Nukleotide aufzunehmen. Nukleotide sind quasi die Grundbausteine der DNA. Über die Biosynthese aus Aminosäuren und Zuckern kann der Körper sie selbst herstellen. Bei Stress kann das jedoch nicht ausreichen, zudem sind einige Zellen, wie die Zellen der Darmschleimhaut und Lymphozyten, auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen! Daher ist der Gehalt an Nukleotiden in der Nahrung wichtig. 
Nukleotide sind in vielen Lebensmitteln enthalten, tendenziell in tierischen Produkten mehr, als in pflanzlichen. 
Durch die Industrialisierung und das gesteigerte Prozessieren von Nahrungsmitteln, sinkt der Gehalt an Nukleotiden in der Nahrung jedoch drastisch! Eine Versorgung ist daher manchmal nicht ausreichend und ein Supplement oft empfehlenswert. 

Vitamin D, Zink, Selen und weitere Vitalstoffe 

Zu einer gesunden Ernährung bei Stress gehören natürlich mehr Dinge, als nur B-Vitamine und Öle ;-)
Vitalstoffe aller Art sind wichtig für den Körper, vor allem für die Zell- und Mitochondriengesundheit, sowie das Immunsystem! 
Auf letzteres haben unter anderem Zink, Selen und Vitamin D einen großen Einfluss. 

Allgemein profitiert dein Körper bei Stress von vitalstoffreicher Kost. Verwende hierfür so wenig industriell-verarbeitete Lebensmittel, wie möglich! Diese prozessierten Lebensmittel enthalten zudem oft viele Transfette, welche als Auslöser für z.B. koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Adipositas gelten. Setze eher auf unverarbeitete Lebensmittel und produziere viel selbst. 


Die passende Ernährung ist ein sehr individuelles Thema, in das nicht nur deine ethischen Vorstellungen, sondern auch eventuelle Erkrankungen, Unverträglichkeiten, Lebensbedingungen, dein Alltag und andere Gegebenheiten mit einfließen.
Daher möchte ich mich an dieser Stelle mit einer konkreten Empfehlung zurückhalten. 

4.3. Natur- und Vitalstofftherapie 

Auch die Natur- und Vitalstoffmedizin hat im Punkto Stressmanagment einiges zu bieten. 
Sogenannte Adaptogene, also Stoffe die helfen Stress besser zu verarbeiten, sind hier eine gute Option! 

Zu dem bekannten Adaptogen Rosenwurz (Rhodiola rosea) gibt es einige Studien.
2012 zeigte eine Studie³ anhand von knapp 100 erwachsenen "Stress-Patienten", dass der Rosenwurz (2x tgl. 200mg Rosenwurzextrakt) die körperlichen und mentalen Symptome der Patienten deutlich verbesserte.
Auch eine Studie an Burnout-Patienten aus dem Jahr 2017⁴ (gleiche Dosierung, ebenfalls als Extrakt) bestätigte dies. 
Der Wirkstoff von Rosenwurz ist, neben sekundären Pflanzenstoffen, Salidrosid. Rosenwurz nimmt so Einfluss auf unsere Neurotransmitter, also auf die Botenstoffe zwischen den Nervenzellen. 
Neben der senkenden Wirkung auf den Corstiol-Spiegel, wirkt Rosenwurz auch auf unsere Glückshormone Serotonin und Dopamin regulierend. Das kann unsere Stimmung und die Konzentrationsfähigkeit verbessern! 

Auch Gingko hat eine adaptogene Wirkung. Er enthält sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Flavon-Glycoside, sowie ätherische Öle, die Terpen-Lactone. Sie wirken durchblutungssteigernd, sodass Gewebe besser mit Sauerstoff versorgt werden können.
Dies gilt auch für das Gehirn; daher kommt der Ruf des Ginkgo's die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.  
Einen anregenden Einfluss auf das Immunsystem (wie bei den Adaptogenen Ginseng und Taigawurzel) hat er eher nicht.
Daher ist er auch bei Patienten, bei denen eine immunanregende Wirkung nicht erwünscht ist (z.B. bei Autoimmunerkrankungen), einsetzbar. 

Viele weitere Phytotherapeutika verdienen hier eine Nennung; Ginseng, Ashwagandha, Maca und grüner Tee zum Beispiel. 
Aber auch die Cannabidiole aus dem Hanf oder die Aminosäure L-Tryptophan, als Vorstufe des Serotonins! 

Als Vorreiter in Sachen Natur- und Pflanzenstofftherapie hat die Firma MITOcare hier ein wunderbares Komplexpräparat entwickelt! 

NEUROadapt.

Neben Rosenwurz und Gingko enthält es weitere Adaptogene, wie Ginseng, Ashwagandha, grünen Tee, einen Vitalpilz und einige mehr. 
Abgerundet wird die Zusammenstellung durch ausgewählte, wichtige Vitalstoffe wie B-Vitamine und Zink. 
Diese durchdachte Zusammenstellung unterstützt nicht nur eine ausgeglichene Psyche und unsere kognitive Funktion, sondern wirkt auch regulierend auf den Cortisolspiegel und unterstützt Synthese und Stoffwechsel von wichtigen Neurotransmittern! 


 

Wie oben erklärt spielen auch Omega-Fettsäuren, ihr korrektes Verhältnis und Phospholipide eine enorm wichtige Rolle. Eine ausreichende Versorgung über die Nahrung zu leisten ist manchmal nicht so einfach.

Supplementiere hier ggf. zusätzlich mit einem hochwertigen Präparat, z.B. OMEGA PL von Mitocare.
Antarktisches Krill-Öl bietet hier nicht nur ein optimales Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 von 7:1, sondern auch eine ausreichende Versorgung mit DHA und EPA, sowie Phospholipiden und Astaxanthin. 



Für Vegetarier und Veganer gibt es auch Kapseln mit hochwertigem Algenöl auf dem Markt.
Das Öl der Mikroalge Schizochytrium sp. eignet sich dann z.B. gut für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren! 
 
Zum Thema Zellschutz habe ich, neben den Phospholipiden für die Zellmembran, auch Polyphenole genannt!
Das Präparat POLYPHENOLE vereint
 die wirkungsvollsten Antioxidantien aus Naturstoffen in einem Supplement - und natürlich in bester Qualität. Von Quercetin, grünem Tee, Curcuma, Resveratrol, Astaxanthin oder OPC - hier sind sie alle in bester Bioverfügbarkeit vertreten! 


5. Stress beim Hund : verstehen und helfen

Auch unsere geliebten Hunde haben Stress. Manche von denen sogar sehr viel. 

Erinnerst du dich noch an die "psychischen Grundbedürfnisse" aus dem Kapitel "2. Was uns stresst" ?  
Auch unsere Hunde haben Grundbedürfnisse - psychische und physische. 
Werden diese nicht befriedigt löst das Stress für deinen Hund aus!

 

 

Auf deinen Hund übertragen bedeutet das aus meiner Sicht folgendes : 

  • Bedürfnis nach Bindung 
    dein Hund braucht eine Bezugsperson, Zuneigung & Nähe 

  • Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle 
  • Bedürfnis nach Lustbefriedigung bzw. Unlustvermeidung
    dein Hund muss sich frei bewegen dürfen und seinen
    Bedürfnissen bis zu einem gewissen Grad frei nachgehen dürfen


  • das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung bzw. Anerkennung
    dein Hund braucht Lob, Interaktion, Feedback und soziale Kontakte 


Dazu kommen natürlich noch physische Grundbedürfnisse wie : 

  • ausreichend gesundes Futter

  • Wasser zur freien Verfügung

  • ein warmer Ort zum Ruhen 

  • usw.


All das gibt deinem Hund Sicherheit und Zufriedenheit. 

Die Grundbedürfnisse deines Hundes werden beispielsweise in folgenden Situationen nicht befriedigt : 

  • zu wenig Nähe, Zuneigung und Beachtung 
  • zu hoher Leistungsdruck 
  • zu wenig Freiheiten / Überregulation
  • zu viele Freiheiten (keine Orientierung möglich)
  • Unter- und Überforderung (mental und körperlich) 
  • Trauma; z.B. bei Angsthunden
  • stressiger Alltag / stressiges Umfeld 
  • mangelhafte Rücksichtnahme auf die persönliche Zone deines Hundes 
    (z.B. permanent übergriffiges Verhalten von anderen Hunden oder auch Menschen)
  • usw. 

Was dann im Hundekörper passiert, ist in etwa gleichzusetzen mit dem was in unserem Körper passiert. 
Es antworten das sympathische Nervensystem und das Hormon-System, es folgt ein hoher Cortisol-Spiegel, usw.
Auch die Folgen auf den Körper deines Hundes sind ganz ähnlich; beispielsweise : ein supprimiertes Immunsystem,

Probleme der Verdauung und der Darmgesundheit, mentale Erschöpfung oder Gewichtsprobleme.

Woran erkenne ich, dass mein Hund gestresst ist?
Viele Hunde zeigen in Momenten von Überforderung und Stress Übersprungshandlungen, beispielsweise :

  • Bellen / Lautäußerungen
  • Schütteln
  • Gähnen
  • Kratzen (z.B. am Kopf oder Ohr)  
  • oder auch Schnappen oder anderes Verteigungs- und Aggressionsverhalten 

Langfristige Folgen sind oft Gewichtsprobleme, eine erhöhte Infekt- und Erkrankungsanfälligkeit, aber auch verfestigte Verhaltensauffälligkeiten. Viele Hunde suchen sich ein "Ventil" für ihren Stress. Oft ist das ein unerwünschtes Verhalten (z.B. das Anbellen von Menschen oder anderen Hunden, aber auch Aggressionsverhalten) mit dem sie dann bei einem Hundetrainer vorgestellt werden.  


Wie kann ich meinem Hund helfen? 

Folgende Empfehlungen kann ich dir für das Stressmangement deines Hundes an die Hand geben : 

  • versuche die Ursache herauszufinden und zu bearbeiten/beheben

  • hole dir Hilfe - das ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen! 
    Hundetrainer, Verhaltensberater oder auch psychologisches Coaching für dich, helfen euch weiter! 

  • vielen Hunden helfen feste Routinen und Rituale und viel Orientierungsmöglichkeiten

  • lass deinen Hund tierärztlich untersuchen, um körperliche Ursachen oder Faktoren auszuschließen 
    chronische Schmerzen/Entzündungen, Darm- oder Schilddrüsenprobleme, Vitalstoffmängel oder neurologische 
    Erkrankungen können hinter der Angst deines Hundes stecken, oder sie stark begünstigen! 

  • Überprüfe die Nahrung deines Hundes 
    wie du auch, braucht dein Hund bei chronischem Stress mehr B-Vitamine, ausreichend Zink, Selen, Omega-Fettsäuren, usw.


Traumatisierte Hunde (z.B. aus dem Tierschutz) haben oftmals besonders viel Stress in ihrem Alltag. 
Aber auch Hunde ohne "große" Vorgeschichte, können (viel) Stress im Alltag erleben - dieser geht in der Regel vom Besitzer aus. 
Unsere Energien, unsere Dynamik und unser Umgang mit unseren Hunden verändern sich durch chronischen Stress - und das lässt unsere Hunde meistens nicht kalt. Um in diesem Falle den Stress deines Hundes zu lindern, musst du deinen eigenen Stress bearbeiten. 


Hier kann ich eine Herzensempfehlung für Pia-Céline Delfau von Wegbegleiter-Mensch-Hund aussprechen. 

Pia ist Psychologin und Hundetrainerin. Dieses Wissen vereint sie in ihrer Arbeit : Psychologisches Coaching für Menschen mit Hunden!

Checkliste : Entspannter Hund 

  • Grundregeln zur Orientierung 
  • passende körperliche und mentale Auslastung 
  • soziale Kontakte
  • Zeit mit Nähe und Zuneigung
  • Rückzugsort und Ruhezeiten

Folgende Tools sind für viele Hunde mit Stress gut geeignet : 

  • Thundershirt / Körperbänder
  • individuelle Akupunktur 
  • Naturstoffe (Adaptogene, Omega-FS, CBD, ...)
  • Pheromone 
  • Darmuntersuchung und ggf. Behandlung 

Wenn dein Hund unter Stress leidet und du Unterstützung brauchst, kannst du dich auch gerne bei mir melden! Nach einer Anamnese, kann ich dir individuelle Empfehlungen für Diagnostik und Therapie geben! 


6. Fazit / Epikrise 

Stress. Jeder kennt ihn. Keiner will ihn. 
Den Spruch "Stress ist das größte Zellgift!"  hat bestimmt jeder (so oder so ähnlich) schon mal gehört. 
Nach diesem Artikel kannst du hoffentlich etwas besser verstehen, wieso das so ist! 

Stress verändert etwas in uns. Nachhaltig. Er greift in Prozesse und Systeme im Körper ein. 
Das hat Folgen - einige bemerken wir sofort, andere erst spät. 
Aber es ist nie zu spät etwas daran zu ändern, denn jeder Tag mit weniger Stress, ist schon ein Erfolg. 

Dieser Blogartikel greift - als erster Eintrag - ein Herzensthema von mir auf.
Mit meiner großen Begeisterung für die Medizin und ihre Hintergründe, war auch ich von Stress nicht verschont.
Jahrelang lies ich viel zu viel Arbeit in mein Leben. Mit steigender Reflexionsfähigkeit kam mehr Verständnis;
für mich und für das Leben. Und die Veränderung kam langsam; Schritt für Schritt. Aber sie kam. 
Ich möchte dich ermutigen dich auch auf den Weg zu machen und wünsche dir alles Gute!


Dieser Artikel hat dir gefallen und du möchtest mir Feedback geben? 
Du möchtest etwas ergänzen oder mir von einer neuen, spannenden Studie erzählen? 


7. Quellen und Hinweise 

¹ http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/26553/1/PROMOTION_FH_150118.pdf
² https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30718848/
³ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22228617/
⁴ https://www.dovepress.com/multicenter-open-label-exploratory-clinical-trial-with-rhodiola-rosea--peer-reviewed-article-NDT


Die Studienlage zu den genannten Phytotherapeutika ist hier an sich gut; die positiven Wirkungen auf den Körper sind bestätigt.
Randomisierte Doppelblind-Studien gibt es bisher m.W.n. nur wenige. 


Hinweise : 

Dieser Artikel ersetzt in KEINEM Fall die Konsultation eines (Tier-)Arztes oder (Psycho-)Therapeuten. 
Er spiegelt eine Mischung aus meinem medizinischen Wissen, sowie meiner persönlichen, therapeutischen Erfahrung wieder! 
Bei diesem Blogeintrag handelt es sich um mein Wissen und meine Erfahrungen zum Zeitpunkt der Fertigstellung! (12.2020)

 
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte der verlinkten Seiten! 

Dieser Eintrag enthält Werbung! 
Von allen genannten Produkten, Personen und Firmen, besteht nur mit der Firma MITOcare eine Kooperation. 
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Gesetzlich vorgeschriebener Hinweis : Bei den hier vorgestellten Therapiemethoden handelt es sich teilweise um Verfahren der alternativen Medizin, die schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind. 


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